Im ostpreußischen Tilsit geboren, verbrachte Armin Mueller-Stahl den größten Teil seiner Kindheit in der Nähe von Königsberg. Nach dem Abitur studierte er Musikwissenschaft und Geige am Städtischen Konservatorium in Ostberlin und beschloss das Studium 1949 mit einem Examen zum Konzertgeiger und Musiklehrer. In dieser Zeit begann Mueller-Stahl auch zu malen.
1952 erhielt er sein erstes Engagement am Berliner Theater am Schiffbauerdamm, dessen Ensemble 1954 zur Berliner Volksbühne übersiedelte. 25 Jahre war Armin Mueller-Stahl dort in klassischen Rollen ebenso zu sehen wie in modernen. Seine Schauspielerkarriere begann 1960 mit dem Vierteiler Flucht aus der Hölle und dem spanischen Bürgerkriegsdrama Fünf Patronenhülsen.
Der am 17.12.1930 in Tilsit geborene Armin Mueller-Stahl ist eine lebende Leinwandlegende, in der DDR Publikumsliebling und gefeierter Charakterdarsteller, nach seiner Ausreise auch in der Bundesrepublik äußerst erfolgreich. Es folgte der Sprung nach Hollywood mit sofortiger Oscarnominierung.
Mit der Malerei beschäftigte er sich lange rein privat, erst an seinem 70. Geburtstag stellte er seine Werke aus - mit großem Erfolg. Wie beim Schauspiel geht es ihm um das Beobachten, das Reduzieren und das Vermitteln von Botschaften, mit wenigen Gesten oder Pinselstrichen. Die Motive - häufig Porträts und Szenen aus dem Leben als Schauspieler - malt er gerne auf Drehbuchseiten oder wie hier auf Bucheinbänden.
Armin Mueller-Stahl in Shine (1996, Regie: Scott Hicks)
Haupt- und Nebenrollen in etwa 60 DEFA-Spielfilmen und Fernsehproduktionen der DDR folgten. Fünf Jahre hintereinander wurde er vom Publikum zum "beliebtesten Schauspieler der DDR" und 1975 zum DDR-Fernsehkünstler des Jahres gewählt. Ein Jahr später gehörte er zu den Unterzeichnern der Resolution gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann, wurde mit einem dreijährigen Berufsverbot belegt und siedelte 1980 nach Westdeutschland über. Dort konnte er nach schwieriger Anfangszeit seine Fim- und Fernsehkarriere erfolgreich fortsetzen. Im Kino machten Fassbinders Lola (1981) und Die Sehnsucht der Veronika Voss (1982) sowie Niklaus Schillings Der Westen leuchtet (1981) Armin Mueller-Stahl ebenfalls zu einem gefragten Darsteller.
Im Alter von 60 Jahren begann Armin Mueller-Stahl seine dritte Karriere - in Hollywood. Unter der Regie von Costa-Gavras debütierte er in den Vereinigten Staaten 1990 in dem Film Music Box, wo er einen ungarischen Emigranten spielt. Zum Oscar-Anwärter avancierte er mit seinem zweiten Film Avalon (1990, Regie: Barry Levinson). Erneut für den Oscar nominiert wurde Mueller-Stahl für Shine (1996, Regie: Scott Hicks) - diesmal als bester Nebendarsteller. Armin Mueller-Stahl gehört in Hollywood der Akademie an, die den Oscar verleiht. 1998 wurde ihm die Ehrendoktorwürde des Spertus Institute for Jewish Studies in Chicago verliehen.